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CHROMOSOMALE VERÄNDERUNGEN IN PRÄMALIGNEN LARYNGEALEN NEUBILDUNGEN; DER HYPERPLASIE-DYS-PLASIE ÜBERGANG
J.A. Veltman, F.J. Bot, F.C. Huynen, F.C.S. Ramaekers, A.H.N. Hopman, J.J. Manni
Wir haben ein weiterentwickeltes Verfahren für die in situ Hybridisierung (ISH) benutzt, um in Paraffin gebettete Gewebeschnitte prämaligner laryngealer Neubildungen (n=22) und histologisch unauffälligen Gewebe aus der unmittelbaren Umgebung von Larynxkarzinomen (n=16) zu untersuchen. Es wurde die ISH-Verteilung der Chromosomen l und 7 untersucht. Für morphologisches unauffalliges Epithel aus der Umgebung von Larynxkarzinomen wurde eine normale ISH-Verteilung der Chromosomen 1 und 7 gefunden. Im Gegensatz zu Angaben aus der Literatur fanden wir kein vereinzeltes Auftreten aneuploider Zellen in diesem Gewebe. In zwei Fällen wurde jedoch eine eindeutige Gruppe aneuploider Zellen im unauffälligen Gewebe identifiziert, welche die Anwesenheit dysplastischer oder maligner Zellen suggeriert. Bei hyperplastischen Neubildungen wurden in 2 von 8 auswertbaren Fällen numerische chromosomale Veränderungen gefunden, während die meisten (9 von 11) dysplastischen Neubildungen Veränderungen der Chromosomen l und 7 aufwiesen. In Dysplasien mit chromosomalen Veränderungen wurden diese Veränderungen im gesamten Präparat gefunden, was zeigt, daß ein klonales Wachstum vorliegt. Im Gegensatz dazu wiesen hyperplastische Regionen ohne Atypie und/oder umgebendes normales Gewebe von Karzinomen keine solchen Veränderungen auf. Diese Ergebnisse könnten von Bedeutung sein, um prämaligne, laryngeale Neubildungen mit hoher Entartungstendenz zu identifizieren und um zu entscheiden, ob die Resektionsränder maligner Tumoren frei von Tumorzellen sind.
J.A. Veltman, Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Universitätsklinik Maastricht, PO Box 5800, 6202 AZ Maastricht, Niederlande